Biographie

Das Jahr 1964 begann jedoch mit zwei anderen bedeutenden Terminen. Am 25. Februar fand im neuen Studio von Rudy Van Gelder Erics erste Session als Leader für Blue Note Records statt. Unter Mitwirkung von Freddy Hubbart, Bobby Hutcherson, Richard Davis und Tony Williams entstand Erics großartiges Werk "Out To Lunch". Einen Monat später folgten die Aufnahmen zu Andrew Hills "Point Of Departure". Beide Aufnahmen sind Dokumente des Aufbruchs in neue kompositorische Dimensionen. Out To Lunch ist möglicherweise gar Erics wichtigstes Vermächtnis als Komponist.

Im April begann für Eric die schon erwähnte Europatournee mit Charles Mingus. Die Tournee verlief sehr erfolgreich, wurde aber immer wieder von internen Problemen überschattet. Eric kündigte an die Band nach der Tournee zu verlassen und Johnny Coles wurde so krank, dass er beim Konzert in Paris pausieren musste.

Doch die Band war so stark, dass diese Probleme nicht die musikalische Qualität beeinflussten. Nach der letzten Veranstaltung reiste die Band ohne Eric zurück in die USA. Er setzte die Reise als Solist fort und spielte mit ortsansässigen Musikern wie z. B. mit Guy Petersen, Daniel Himar und Kenny Drew in Paris und Misha Mengelberg, Jaques Scholes und Han Bennink in den Niederlanden.

Am 27. Juni erreichte Eric Dolphy Berlin. Er war als Top Act zur Eröffnungsfeier eines Jazz Clubs engagiert worden und sollte dort als Solist mit einem von Karlhans Berger geleiteten Trio auftreten. Eric war bei der Ankunft aber schon sehr stark erkrankt und konnte daher nur zwei Sets spielen, bis er schließlich den Bandstand verlassen musste.

Seine Verfassung besserte sich auch nicht im Laufe des nächsten Tages. Am 29. Juni starb Eric im Achenbach Krankenhaus. Die Jazzwelt war geschockt. Eric litt seit Jahren an Diabetis, war aber aufgrund einer Fehldiagnose der Meinung, er sei absolut gesund. Charls Mingus reagierte auf die für ihn typische heftige Art und Weise und behauptete, die deutschen Ärzte hätten Eric ermordet.

Zwei Monate nach seinem Tod wurde Eric Dolphy in die Downbeat Hall Of Fame aufgenommen.